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Kurban Bayram (Opferfest) - 31. Juli 2020/10. Dhulhiddscha 1441

Hutbe zum Fest

Liebe Muslime,

 

es war im zweiten Jahr nach der Hidschra. Rasûlullâh (s.a.w.) kehrte am neunten Dhulhiddscha, also am Arefe-Tag, von seinem Feldzug nach Sevik zurück und hielt Einzug in Medine-i Münewwere. Einen Tag später, am zehnten Dhulhiddscha, ging er zusammen mit den Ashab-ı Kiram zur Moschee und verrichtete ohne Ezan und ohne Kamet das Kurban Bayram-Gebet in zwei Einheiten. Im Anschluss daran hielt er eine Hutbe.

In dieser Hutbe hat Rasûlullâh (s.a.w.) den Muslimen das Opfern eines Tieres zur Pflicht erklärt. Auch er selbst hat Kurban dargebracht. Während er den ersten von zwei vorher erworbenen Widdern opferte, sprach er: “O Allâh, dieses (opfere ich) im Namen meiner Umma, meiner Gemeinde, die an Deine Einheit und an all das, was Du mir herabgesandt hast, Zeugenschaft ablegt”. Beim zweiten Widder betete er: “O Allâh, und dieses opfere ich für mich selbst.”

So geschah es, dass die Muslime nach Jahren der Unterdrückung und Verfolgung endlich ihre Feste in Freiheit feiern durften. Und sie haben diese Freiheit und dieses Fest wahrlich in vollen Zügen genossen! Denn ein Tier zu opfern ist ein Zeichen von Hingabe und Ergebenheit an Allâh. Es besagt: Ya Rabb, o Allâh! Für dich bin ich bereit, alles zu herzugeben – ja sogar mich selbst.”

 

Verehrte Muslime,

 

unsere muslimischen Feste sind Tage, an denen Feindseligkeiten außen vor gelassen werden und Zerstrittene sich wieder versöhnen sollen. Bayram heißt keineswegs nur Freude für sich selbst, es heißt vielmehr Freude gemeinsam mit den Anderen. Bedürftigen sollten wir eine Freude machen und die Alten und Verwandten im Rahmen der aktuellen Gegebenheiten besuchen oder zum Fest beglückwünschen. 

 

Liebe Muslime,

 

euch allen ist bekannt, dass unser Dachverband, also der Verband der Islamischen Kulturzentren seit Jahren bei der Organisierung von Kurban-Kampagnen behilflich ist. Jedes Jahr werden eure Opfer an Schüler und Studenten und an Arme und Bedürftige überall auf der Welt geschickt. Die Einen studieren das Buch Allâhs und die Anderen haben seit Jahren kein Opferfleisch mehr in den Magen bekommen. Diese Menschen haben damit seit langem zum erstenmal die Möglichkeit, einen wirklichen Bayram zu feiern und sie danken euch, ihren Geschwistern hierzulande aus tiefstem Herzen. Vor allem jetzt, wo die Hungersnot wegen der Pandemie in vielen Regionen der Welt schlimmer geworden ist, liegt auf unseren Schultern noch mehr Verantwortung als sonst. Ohne Frage praktizieren wir damit das schönste Beispiel menschlicher Solidarität.

 

Wenn es daher noch Brüder oder Schwestern gibt, die ihren Kurban nicht organisiert haben und die sich an dieser Kurban-Kampagne beteiligen wollen, sollten sie sich beeilen und sich an mich oder an andere Bedienstete unserer Moschee wenden. Denn es bleibt nicht mehr viel Zeit, um eure Vollmacht zum Opfer anzunehmen und sie an Ort und Stelle weiterzuleiten.

In diesem Sinne wünsche ich euch einen gedeihlichen Bayram voller Hayr und erbitte von Allâh Teala, dass ER dieses Fest zum Anlass nimmt, alles nur erdenklich Gute für uns hier und für all die Muslime auf der ganzen Welt zu bewirken.

 

Barekâllahu iyd-al adha – Möge Allâh euer Opferfest segnen!

 

 

FREITAGSHUTBE

 

Liebe Muslime!

                Es gibt viele verschiedene Wege, mit denen man die Nähe Allâhs erfahren kann. Einer davon ist unzweifelhaft der Kurban (Opfertier), den wir dieser Tage vollführen. Woher kommt eigentlich dieser Kurban, der uns doch so wichtig und gewichtig ist? Wer hat ihn uns hinterlassen? Mit welchen Gedanken und mit welchem Wissen begehen wir diese Bayram-Tage?

Gehen wir zurück zu dem großen Rasûl Ibrahim aleyhisselam, dem Urahn von Rasûlullâh (s.a.w.) und dem Erbauer der Kabe-i Muazzama in Mekke-i Mükerreme. Gerade vom großen Feuer des Nemrud gerettet, machte er weiter mit seiner Aufgabe, der Einladung der Menschen zur Hingabe an Allâh Teâlâ. Er, der für seine Sache sogar Leib und Leben auf die Waagschale zu bringen imstande war, wurde für eine neue Prüfung vorbereitet.

Obwohl schon im hohen Alter, hatte Ibrahim aleyhisselam keine Kinder. Zu einer Stunde, als es wieder einmal tief in ihm loderte und er sich ein Kind wünschte, kamen mehrere Engel und fragten ihn: „Yâ Ibrahim! Allâh hat dir so viele Gaben und Gnaden erwiesen und so viel Reichtum gegeben. Du aber zögerst keine Sekunde diese auf dem Wege Allâhs auszugeben. Hinterlässt das keine Spuren in deinem Herzen?“ Die Antwort war bemerkenswert: „All mein Hab und Gut auf dem Wege Allâhs zu vergeben, ist nichts. Würde mir Allâh ein aufrichtiges (salih) Kind geben, ich würde auch dieses Kind für Allâh opfern!“  Diese seine Aussage fand Aufmerksamkeit bei Allâh und sie sollte seine Messlatte werden.

                Jahre vergingen und Allâh schenkte Hazret Ibrahim ein Kind: Ismail aleyhisselam. Nun konnte die Prüfung beginnen. Am achten Tag des Monats Dhulhiddscha. Ismail aleyhisselam war im zarten Kindesalter von ungefähr elf bis zwölf Jahren. Äußerst hübsch, intelligent und in Harmonie und Einklang mit seinen Eltern. Hazret Ibrahim hatte sich von Allâh Teâlâ ein rechtschaffenes Kind gewünscht. Allâh hatte ihm eins gegeben.

In der Nacht wacht Hazret Ibrahim in seinem Bett auf, in Angst und versunken in Gedanken. Im Traum wurde ihm gesagt: “Löse dein Versprechen ein, Yâ Ibrahim!” War dieser Traum von Allâh? Was war sein Versprechen?

In der darauffolgenden Nacht hatte er wieder denselben Traum. Nun hatte Ibrahim aleyhisselam verstanden und er erkannte, dass dieser Traum von Allâh war. Daher nennen wir diesen Tag “Arefe”, also “er erkannte”. Aber was war sein Versprechen? An das konnte er sich nicht erinnern.

In der dritten Nacht hatte er wieder denselben Traum. Nun wurde ihm auch sein Versprechen klar. Er sollte seinen Sohn opfern. Dies war der Wunsch Allâhs. Dies war seine Prüfung. Am Morgen dieses Bayram-Tages bat er Hazret Hadscher, Ismail aleyhisselam vorzubereiten. Sie ging hin, holte den Sohn, kleidete ihn wunderschön und brachte ihn dem Vater. Vater und Sohn machten sich auf den Weg in Richtung Mina. Weder die Mutter noch der Sohn wußten, wohin die Reise gehen sollte.

Auf dem Weg dorthin belästigte der Scheytan zuerst Ibrahim aleyhisselam und dann seine Frau Hadscher. Ibrahim aleyhisselam zeigte ihm die kalte Schulter. Die Antwort von Hazret Hadscher war der Inbegriff von Treue und Hingabe: „Wenn das der Wunsch Allâhs ist, dann beuge ich mich als Mutter Seinem Willen.“

Aber der Scheytan gab sich nicht so leicht geschlagen und versuchte es diesmal bei Ismail aleyhisselam. Er wiederum stand seiner Mutter in nichts nach und sprach: “Er ist mein Vater. Er ist ein Rasûl. Wenn er dies als Gebot Allâhs auferlegt bekommen hat, hat er es unbedingt auszuführen.” So verscheuchte er den Scheytan, indem er Steine nach ihm warf.

Schließlich kamen sie am vorbestimmten Ort an und Ibrahim aleyhisselam sprach zu seinem Sohn: “O mein lieblicher Sohn. In meinem Traum sehe ich, wie ich dich opfere. Schau dir diesen Traum einmal an und sage mir, was du darüber denkst.” Ismail aleyhisselam antwortete ihm mit diesen historischen Worten: “O mein Vater. Was Allâh dir geboten hat, vollführe es sofort. InşaAllâh wirst du mich als Standhaften wiedererkennen.“ Beide waren nunmehr bereit, sich dem Wunsch Allâhs zu beugen. Ismail aleyhisselam sprach daraufhin nochmal: “Vater, ich habe mehrere Bitten. Ich möchte, dass du diese ausführst. Richte meinen Selam an meine Mutter aus. Sage ihr, dass ich ihre Hände küsse. Sie solle sich doch bitte von Kindern fernhalten. Es mag vielleicht sein, dass sie dabei die Kinder ansieht, an mich denkt und in ihrem Inneren Widerspruch zu Allâh empfindet. Und Vater! Binde meine Augen, meine Hände und meine Füße. Die Liebe zum Leben ist den Menschen angeboren. Es könnte ja sein, dass ich im Eifer des Gefechtes versuche, nach dem Messer zu greifen.”

                Ibrahim aleyhisselam machte, was sein Sohn verlangte. Etwas später und sehr aufgeregt sprach Ismail aleyhisselam wieder: „O mein Vater, binde meine Hände und Füße wieder los, bitte. Allâh sieht mich, auch seine Engel. Keiner soll sagen müssen: Welch ein widerspenstiger Junge er doch ist, sein Vater war gezwungen ihn zu binden.“ In vollster Harmonie mit dem Willen Allâhs, legte nun Ibrahim aleyhisselam seinen Sohn auf die Seite. Währenddessen, alle Engel, ob in den Himmeln oder auf der Erde, warfen sich nieder, machten die Sadschda und flehten Allâh an: „O Allâh! Beschütze deinen Ismail, Vergebe deinem Ismail!“

Nun legte Ibrahim aleyhisselam das Messer auf den Hals seines Sohnes und zog an. Aber das Messer verweigerte sich, es tat nicht wozu es geschaffen war. Nochmal und nochmal versuchte es Ibrahim aleyhisselam, aber vergeblich. Daraufhin rief er in Enttäuschung: „O mein Allâh! Warum kann ich deinen Wunsch nicht erfüllen?“ und hörte wie von überall her “Allâhü ekber, Allâhü ekber”-Rufe den Himmel erschallen ließen. Von den Ausläufern des Gebirges Mina kam ein Engel herangerast. Sein Name: Dschabrail. Mit all seiner Macht und seiner Schnelligkeit brachte er den Widder herbei, der anstelle von Ismail aleyhisselam geopfert werden sollte. Als Hazret Ibrahim den großen Engel bemerkte, rief er in Freudentränen “Lâ ilâhe illallâhü wellâhü ekber”.  Und als dann Ismail aleyhisselam verstand, dass sie die Prüfung bestanden hatten, rief er aus “Allâhü ekber velillâhil hamd” und bezeugte damit seinen innigsten Dank an Allâh Teâlâ.  Alle drei Ausrufungen zusammen, liebe Muslime, nennen wir „Tekbir“. Dieser Tekbir ist vom Morgengebet des Bayramvortages einschließlich des Nachmittagsgebetes des vierten Bayramtages nach jedem Farz-Gebet für jeden Muslim und jede Muslima wadschib, verpflichtend, ob alleine verrichtet oder zusammen mit der Dschemaat.

Wie glücklich sind doch diejenigen, die bewusst leben, nachdenken, reflektieren und auf den Geschmack des wahren Festes gekommen sind!

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KRM - Pressemitteilungen

Spirale des Hasses mit Frieden durchbrechen

Spirale des Hasses mit Frieden durchbrechen CMFD zu den Anschlägen in Frankreich und Österreich Ein Mann betritt eine Kirche in Nizza, ruft „Gott ist groß“ und sticht dann wahllos auf andere Besucher dieses Gotteshauses ein, die er nie zuvor gesehen hat. Welche Blasphemie. Was muss ein Mensch erlebt haben, um so weit herunterzukommen, um so sehr Gott zu verkennen. Als Christliche-Muslimische Friedensinitiative in Deutschland (CMFD) sind wir zutiefst betroffen und trauern um die Opfer der Gewalt von Paris und Nizza und jüngst in Wien.

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