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Ta’dil-i Erkân, Gewissenhafter Vollzug der Säulen des rituellen Gebetes - 07. August 2020/17. Dhulhiddscha 1441

Hochverehrte Muslime,

 

in meiner Hutbe spreche ich heute über die Bedeutung des “Ta’dîli Erkân” beim rituellen Gebet.

 

Ta’dîl-i Erkân bedeutet, die Säulen des rituellen Gebetes wie Rukû und Sedschde richtig auszuführen. Dazu gehört der Qiyam, das Aufrichten des Körpers nach der Rukû und dabei das kurze Innehalten sowie das stille aufrechte Sitzen zwischen den beiden Sedschdes. Ta’dîl-i Erkân bedeutet, jede einzelne Bewegungseinheit im Gebet wie Qiyam, Rukû und Sedschde in Ruhe zu verrichten, so dass die einzelnen Gliedmaßen einrasten und eine innere Ruhe einkehrt. Zum Beispiel ist es nach der Rukû erforderlich, sich in aufrechter Position hinzustellen und kurz zu verweilen – ungefähr so lange bis man  “sübhânellâh” sagen kann. Auch zwischen den beiden Sedschdes soll man für die Dauer dieses Tesbihs innehalten.

 

Manche Gelehrte sagen, dass Ta’dîl-i Erkân farz ist und andere wiederum nur wadschib. In beiden Fällen ist sie für uns Muslime verpflichtend. Wer in den Genuss des rituellen Gebetes kommt, achtet sowieso auf den Ta’dîl-i Erkân und hütet sich davor, das Gebeet eilig zu verrichten. Eile beim rituellen Gebeet ist für den Muslim ungebührlich und widerspricht dem Verständnis von Hurmet und Edeb, das heißt Respekt und Anstand.

In einem von Hazret Ebû Hüreyre (r.a.) überlieferten Hadîs-i Scherif heißt es hierzu: Rasûlüllah (s.a.w.) ging einmal in die Moschee. Ein Mann kam herein, verrichtete seinen Gebet ohne auf den Ta’dîl-i Erkân zu achten und begrüßte daraufhin den Gesandten. Rasûlullah sprach zu ihm “Kehre um und verrichte dein Gebet noch einmal, denn du hast nicht gebetet”. Der Mann kehrte um, verrichtete sein Gebet nochmals, aber in derselben Art und Weise und grüßte anschließend den Gesandten Allâhs wieder. Rasûlullâh nahm seinen Selâm an und sprach “Kehre um und verrichte dein Gebet, denn du hast nicht gebetet”. Als diese Situation sich zum dritten Mal wiederholte sagte der Mann “Ich schwöre bei Allâh (c.c.), der dich als wahren Rasûl geschickt hat, ich kann es nicht besser. So lehre mich, yâ Rasûlellâh”. Dann sprach der Fahr-i Kâinât dies: “Wenn du mit dem rituellen Gebet beginnst, sprich den Tekbir (sage Allahu Ekber), danach rezitiere Stellen aus dem Kur’ân-ı Kerîm, die du auswendig kannst und die dir leicht fallen, dann vollziehe die Rükû in Ruhe, bis du zufrieden bist, danach richte dich auf und verweile aufrecht in dieser Qiyam-Position bis deine Glieder vollständig einrasten, danach vollziehe die Sedschde in Ruhe so, bis du zufrieden bist, dann erhebe dein Haupt von der Sedschde und verweile aufrecht im Sitzen zwischen den beiden Sedschdes, bis du zufrieden bist. Verrichte alle deine rituellen Gebete auf diese Weise.“

 

In dem am Anfang meiner Hutbe vorgetragenen Hadîs-i Scherif spricht Rasûlullâh: “Der schlimmste Dieb ist derjenige, der von seinem Gebet klaut.” Die Ashâb-ı Kiram fragten daraufhin: “Yâ Rasûlallah! Wie kann ein Mensch von seinem Gebet klauen?” Rasûlullâh sallallâhü aleyhi we sellem antwortete: “In dem er Rükû und Secde nicht vollständig, sondern nur halbherzig macht.”

 

Liebe Muslime,

wir haben gesehen wie wichtig Ta’dîl-i Erkân beim rituellen Gebet ist. Es ist eine traurige Gewißheit, dass viele Muslime im Zustand von Gaflet, also in geistiger Trägheit, es nicht schaffen, diesem wichtigen Punkt ihre Aufmerksamkeit zu schenken. Es ist die Aufgabe derjenigen, die sich darin auskennen, Muslime in diesem Punkt zu informieren und zu belehren. So schreibt der große Gelehrte Hazret Imâm Rabbânî Kuddise sirruh in seinem Werk Mektûbât-ı Scherîfe folgendes: “Es muß uns eine Aufgabe sein, den Menschen hierbei unser Wissen weiterzugeben, ihnen zu helfen und sie zu dieser Praxis (der Ta’dil-i Erkân) anzuregen. Die meisten Muslime sind fern von dieser Gabe und einen mit Ta’dîl-i Erkân verrichteten Gebet gibt es nicht mehr. So gesehen ist es eine der wichtigsten Aufgaben der Muslime diese Amel, also diese islamische Praxis wiederaufleben zu lassen.”

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